„Wir müssen jeden Tag das Heil neu ergreifen.“

Bibelreferenz: Schlagwort:

Pastor W. Busch berichtet: Ich habe in meinem Urlaub einmal eine Predigt folgender Art gehört. Mit großer Sicherheit sprach der Prediger von seiner Unsicherheit. Er brüstete sich geradezu mit seiner Ungewissheit. Ich musste bei dieser Predigt denken: Du hast nie richtige Angst vor Gott gehabt. Sonst hieltest du es nicht aus, so zu leben. Oh, diese Schlagworte! Die Warnung vor der „falschen Sicherheit“ zum Beispiel ist solch ein Schlagwort geworden. Ja, wenn man das den leichtfertigen Sündern und den selbstgerechten Moralchristen sagen wollte! Aber nun bekommen es die hungrigen Seelen und verlangenden Herzen Sonntag für Sonntag auf das Butterbrot gestrichen. Es ist nicht mehr zum Anhören! Da brüstet man sich mit seinem leeren Becher, und der Herr „schenkt uns doch voll ein“! Sooft ich auch über die Heilsgewissheit sprach – prompt stand irgendwer auf und sagte bedenklich: „Wir haben das Heil doch nicht in der Tasche wie einen Geldbeutel.“ Und dann habe ich jedes Mal nur erwidern können: „Darum geht es nicht. Es geht darum, dass der Herr Jesus mich in seiner Tasche hat und dass ich dieses auch weiß.“ Ein andermal belehrte mich ein Pastor: „Wir müssen jeden Tag das Heil neu ergreifen.“ Da erwiderte ich: „In meinem Garten ist ein Apfelbaum eingepflanzt. Der muss nicht jeden Tag neu darum ringen, dass er ein Apfelbaum sei. Der muss nicht jeden Tag sich neu darum sorgen, dass er nicht über Nacht ein Pflaumenbaum werde. Er ist ein Apfelbaum. Aber darum muss er ringen, dass er Früchte bringt.“ Darin besteht der tägliche Kampf des Glaubens, dass ich die Früchte des Geistes bringe, dass mein Leben „etwas sei zm Lobe seiner Herrlichkeit“. Ja, darum muss ein Christ ernstlich kämpfen. Aber um seinen Heilsstand braucht er nicht mehr zu kämpfen, wenn er sich dem Herrn Jesus verschrieben hat, der uns am Kreuz erkaufte und versöhnte. Wir wollen auf keinen Fall das Lied aus unserem Liederschatz streichen: „Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält…“

Quelle

Schäfer, Heinz: Hört ein Gleichnis (Christliches Verlagshaus GmbH)

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