Pfarrer Oberlin (1740 bis 1826) berichtet aus seinen Jugenderinnerungen: Als Kandidat machte ich einmal mitten im kalten Winter von Straßburg aus eine mehrstündige Fußwanderung. Ermüdet von Hunger und Anstrengung legte ich mich unterwegs in den Schnee nieder und fiel bald in einen todesähnlichen Schlaf. Plötzlich fühlte ich mich von starken Armen gefasst, auf einen Wagen gehoben, wurde auch mit Speise und Trank erquickt und wohl behalten im nächsten Dorfe abgesetzt. Ein Fuhrmann in blauem Hemd war’s, der mir das Leben gerettet hatte. Ich dankte ihm herzlich und wollte ihm zum Abschied ein kleines Geldgeschenk geben. Aber mit Entrüstung wies er es zurück. „So sagt mir wenigstens Euren Namen?“, bat ich ihn. Darauf entgegnete er mir: „Ich sehe, dass Ihr ein Geistlicher seid. So sagt mir doch: Wie hat denn der barmherzige Samariter geheißen?“ Darauf musste ich ihm die Antwort schuldig bleiben.
„Wie hieß der barmherzige Samariter?“
Bibelreferenz: Lukas 10,29-37
Schlagwörter: Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Gutes tun, Güte
| Quelle | Haug, Martin: Er ist unser Leben (Verlag von J.F.Steinkopf in Stuttgart, 1941) |
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| Ort in Quelle | 225 |
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