Mit Hermann Göring (Generalfeldmarschall, Reichsluftfahrtminister und designierter Nachfolger Hitlers. Für die Maßnahmen zur Vernichtung der Juden war er einer der Hauptverantwortlichen.) hatte ich (Henry T. Gereke, amerikanischer Feldgeistlicher) am Abend vor der Hinrichtung eine lange Unterhaltung. Ich wies ihn auf die Notwendigkeit hin, sich bereit zu machen, Gott zu begegnen. Im Laufe unseres Gesprächs machte er aber verschiedene Bibelwahrheiten lächerlich und weigerte sich anzunehmen, dass Christus für Sünder starb. Es war eine bewusste Leugnung der Kraft des Opfers von Jesus Christus. »Tot ist tot« waren ungefähr seine letzten Worte. Als ich ihn zum Schluss auf sein Töchterchen Edda hinwies, das ihn im Himmel wiederzusehen hoffte, antwortete er: »Es glaubt auf seine Art, ich auf die meine.« Eine Stunde später hörte ich viele aufgeregte Stimmen, und dann vernahm ich, dass Göring sich das Leben genommen hatte. Sein Herz schlug noch, als ich in seine Zelle kam. Auf eine Frage, die ich an ihn richtete, erhielt ich keine Antwort mehr. Eine kleine leere Ampulle lag auf seiner Brust. So ging er hinüber in die Ewigkeit. M. Priebe
Nürnberger Prozess: H. Göring
Schlagwörter: Ablehnung der Botschaft, Gottesleugner, Spötter, Lästerer, Letzte Worte, Selbstmord
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