Die Macht der Wahrheit

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C. H. Spurgeon: Ein Unitarianerprediger, welcher die wilde Lehre von der allgemeinen Seligkeit predigte, die jetzt so populär ist, begegnete einst einem altmodischen Baptistenprediger, der kein sehr gebildeter Mann war, aber doch immer große Versammlungen hatte, während der andre nur wenige fand, die seine Vorträge hörten. Der Unitarianer sagte: „Ich kann es nicht verstehen, wie es kommt, dass sich in unser beider Versammlungen ein so großer Unterschied bemerkbar macht. Sie haben viele Zuhörer und ich nur so wenige und ich predige doch eine sehr angenehme Lehre. Ich sagte den Leuten, dass schließlich alles bei ihnen zurecht kommen wird. Ich ermüde sie nicht mit den Lehren von der Buße, vom Glauben und von Versöhnungsopfer und dennoch kommen sie nicht, um mir zuzuhören. Sie dagegen predigen ganz schreckliche Lehren und sagen den Leuten, dass sie verloren gehen und in die Hölle geworfen werden, wenn sie nicht Buße tun und sich bekehren und doch füllen sie Ihre Räume, um Sie zu hören. Wie geht das nur zu?“ „Nun, ich denke“, antwortete der alte Mann, „das kommt daher, dass die Leute stark vermuten, dass das, was ich sage, wohl wahr sein müsse, während sie den starken Verdacht hegen, dass das, was Sie sagen, nicht wahr ist.“ Das hieß den Nagel auf den Kopf treffen. Es ist so. Es ist das Gewissen, welches von den Menschen fordert, dem Wort zu misstrauen, das ihnen sagt, dass es zwischen den Gerechten und den Gottlosen dereinst keinen Unterschied geben werde.

Quelle

Spurgeon, C.H.: Das Buch der Bilder und Gleichnisse (Oncken, 1903)

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1187

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