Ein kleiner Knabe verlebte die heißen Sommermonate mit seiner Tante auf dem Land. Eines Mittags, als die Fensterläden geschlossen waren, um das Zimmer kühl zu halten, stahl sich ein Sonnenstrahl durch die Läden und schien ins Zimmer. Ein heller Streifen Licht war nun wie ein goldenes Band in der Mitte der Stube zu sehen. Aber, o Wunder! In diesem hellen Streifen sah es aus wie Rauch. „Was ist das?“, rief der kleine Willy, „Ist das Rauch?“ „Nein,“ antwortete die Tante, „das ist Staub.“ „Staub?“, fragte verwundert der Kleine. „Woher kommt der Staub? Warum ist denn überall sonst in der Stube kein Staub?“ Die Tante erwiderte: „Die ganze Stube ist voll von diesem Staub, aber nur da, wo das helle Licht hinfällt, da ist der Staub zu sehen, sonst nicht.“ Willy wurde darüber ganz nachdenklich, und am Abend, als ihn die Tante zu Bett brachte, fragte er sie noch einmal, ob denn wirklich die ganze Stube so voll Staub sei. Die Tante bejahte es und erklärte ihm dann: „Siehst du, das Licht machte den Staub offenbar. Und so ist es auch mit dem Staub und Schmutz in unserem Herzen, mit der Sünde. Für gewöhnlich ist es so finster in unserem Herzen, dass wir die Sünde darin gar nicht recht bemerken, erst wenn Jesus, das helle Licht, hineinscheint, dann sehen wir plötzlich unsere Sünden in ihrer ganzen Hässlichkeit und fangen schnell an, sie auszukehren. Jesus weiß, was in der Finsternis liegt, denn bei ihm ist Licht, Er sieht mit seinen leuchtenden Augen schon längst die Sünde, die du noch gar nicht bemerkt hast. Ach, bitte den Herrn, dass er durch sein teures Blut dein Herz wieder rein waschen möge.“



Aberglaube / Spiritismus / Wahrsagerei / Zauberei