idea-spektrum 9/95 – „Was mich verbittert, ist, dass die Kirche sich zu einem Betrieb höchster Geschäftigkeit entwickelt hat und sich überall engagiert: Sei es sozialdiakonisch (was sicher einer Kirche auch ansteht), sei es politisch, sei es im Freizeitangebot – aber offenbar vergisst sie, warum sie dies alles tut. Sich dessen zu erinnern, dafür hat sie keine Zeit mehr. Kein Wunder, dass die Menschen eben das nicht mehr von ihr erwarten, was sie ja ohnehin seit Jahren schuldig bleibt… Die Frage ist, ob diese Art von Volkskirche nicht langst auf einem Ast sitzt, der verdorrt. Unsere Kirche befindet sich in erster Linie nicht in einer Finanz-, sondern in einer Identitats- und daher in einer Legitimationskrise.“ (Pfarrerspiegel, in den lutherischen Monatsheften)
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