Meine Predigten in jener Zeit waren scharfe Gesetzespredigten und wurden von den Bauern gerne gehört. Auch bei schlechtem Wetter kam es vor, dass Hunderte von Wagen und Schlitten sich einfanden. Die etwa 2000 Menschen fassende Kirche war jeden Sonntag gedrängt voll. Wenn ich dann, geschwellt vom Bewusstsein, großartig gepredigt zu haben, die Kirche verließ, kam es wiederholt vor, dass der alte Pietist K.W. mir mit schmerzlichem Bedauern auf die Schulter klopfte und sagte: ‚Das war nix. So kriegt das Lamm keine Seelen zur Beute.‘ Ärgerlich ließ ich ihn stehen. Was ging mich sein Urteil an… S. Keller, „Unsichtbare Fäden“, S. 20
So kriegt das Lamm keine Seelen zur Beute!
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