„Später vielleicht“ – Erlebnis von W. Busch

Einst traf Busch auf der Straße einen jungen Arbeiter, einen ehemaligen Konfirmanden, jetzt war er Maurergeselle.

„Wie geht es dir? Warum besuchst du mich denn gar nicht mehr? Man sieht dich auch in der Kirche und in der Bibelstunde nie. Komm doch einmal wieder!“

Der lachte: „Ja, so sagen die Pfarrer alle. Mir geht’s gut, auch ohne das. Jetzt will ich das Leben genießen, solang ich jung bin. Später vielleicht…“

Damit ging er weiter. Eine Stunde später kam ein Zug Menschen die Straße herauf. Sie trugen eine Bahre. Darauf lag der junge Mensch, mit dem Busch kurz vorher gesprochen hatte: Er war tot. Bei der Arbeit verunglückt.

Aus: W. Busch, „Ein fröhlicher Christ“.

Quelle

Haug, Martin: Er ist unser Leben (Verlag von J.F.Steinkopf in Stuttgart, 1941)

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